Vertrag zwischen

der Stiftung Weltkirche, vertreten durch den Vorstand der Stiftung, Bischofsplatz 2, 55116 Mainz (im Folgenden auch „Stiftungsträgerin“ genannt)
und
der Father Denner Foundation, vertreten durch den gegenwärtig alleinvertretungsberechtigten Vorstand, Herrn Pfarrer Angelo Stipinovich, Viernheim

Am 16. August 2010 hat das Kuratorium der Stiftung Weltkirche auf seiner vierten Kuratoriumssitzung unter TOP 4 beschlossen,
 1.      die Father Denner Foundation als unselbständige Stiftung unter dem Dach der Stiftung Weltkirche aufzunehmen,
 2.      seitens des Vorstandes alle für die Umsetzung notwendigen Schritte zu veranlassen,
 3.      seitens des Vorstandes sicherzustellen, dass die Father Denner Foundation das Ziel verfolgt, sich innerhalb von fünf Jahren selbst finanziert.

In der Ausführung dieses Beschlusses wird der nachfolgende Vertrag geschlossen:

§ 1.    Errichtung der Stiftung

(1)    Herr Pfarrer Angelo Stipinovich, Viernheim, derzeit alleinvertretungsberechtigter Vorstand der Father Denner Foundation, leitet hiermit die Father Denner Foundation mit sofortiger Wirkung an die Stiftungsträgerin über.
(2)    Mit der Überleitung ihres Vermögens wird die Father Denner Foundation als nichtrechtsfähige Unterstiftung des bürgerlichen Rechts in der Verwaltung der Stiftungsträgerin geführt.

§ 2.    Vermögen der Stiftung

(1)    Das Vermögen der Father Denner Foundation besteht im Wesentlichen aus einem 5,75 ha großen, teilweise bebauten Gelände in der Kavango-Region im Norden Namibias. Das Gelände steht im Eigentum von Father Maurus Kakuru Kantana OMI; die Father Denner Foundation besitzt daran jedoch ein zeitlich unbegrenztes Nutzungsrecht, das mit dem deutschen Erbbaurecht vergleichbar ist. Weiter gehören der Father Denner Foundation vier Kindergärten in Katere, Hoha, Nyangana und Makandu. Die Father Denner Foundation besitzt und betreibt ein großes Wasserprojekt. Alle hierzu notwendigen Leitungen, Pumpen etc. sind im Besitz der Foundation. Die Father Denner Foundation. Alles andere von Pfr. Klaus Denner angeschafftes notwendige technische Equipment (z. B: Fahrzeuge, Werkzeug, Traktoren etc.) gehört ebenfalls zum Besitz.
(2)    Das Vermögen der Stiftung ist in seinem Bestand dauernd und möglichst ungeschmälert zu erhalten. Umschichtungen des Stiftungsvermögens sind zulässig. Bei der Anlage des Stiftungsvermögens sind ethische Gesichtspunkte zu beachten. Über die Verwendung der Mittel durch den Vorstand der Father Denner Foundation (dazu § 7 Abs. 2) wacht die Stiftungsträgerin. Hierzu hat der Vorstand der Father Denner Foundation ihr Verwendungsnachweise vorzulegen. Liegen Anhaltspunkte für eine zweckwidrige Verwendung der Mittel durch die Father Denner Foundation vor, hat die Stiftungsträgerin den Sachverhalt zu ermitteln.
(3)    Rücklagen dürfen gebildet werden, soweit die Vorschriften des steuerlichen Gemeinnützigkeitsrechts dies zulassen. Freie Rücklagen können dem Stiftungsvermögen zugeführt werden.
(4)    Die Stiftungsträgerin hat das Vermögen der Father Denner Foundation getrennt von ihrem eigenen Vermögen zu führen.

§ 3.    Zweckbestimmung

(1)    Der Zweck der Stiftung ist die Förderung der Entwicklungshilfe sowie die Förderung sonstiger mildtätiger und kirchlicher Zwecke. Ziel dabei ist, die Lebenssituation der Menschen in der KAVANGO-Region im Norden Namibias zu verbessern, insbesondere die Unterstützung kranker (besonders aidskranker) bedürftiger und lebensbedrohter Personen und Waisenkinder.
(2)    Die vorstehend genannten Zwecke werden insbesondere durch folgende Maßnahmen verwirklicht:
 a)    Die Unterstützung von hilfsbedürftigen Personen durch Geld- und Sachzuwendungen unter den Voraussetzungen des § 53 Nr. 1 und Nr. 2 AO. Zur Überprüfung, ob die Voraussetzungen der wirtschaftlichen Hilfsbedürftigkeit i.S.d. § 53 Nr. 2 AO im Einzelfall gegeben sind, wird die jeweils vor Ort tätige Missionsstation der römisch-katholischen Kirche als Hilfsperson i.S.d. § 57 Abs. 1 Satz 2 AO fungieren.
 b)    Die Beschaffung von Mitteln und deren Weiterleitung an andere Körperschaften bzw. Körperschaften des öffentlichen Rechts, welche die Mittel unmittelbar und ausschließlich für die Förderung der Entwicklungshilfe oder für die Förderung mildtätiger oder kirchlicher Zwecke zu verwenden hat; werden Mittel für eine unbeschränkt steuerpflichtige Körperschaft beschafft, muss diese selbst steuerbegünstigt sein (Mittelbeschaffung i.S.d. § 58 Nr. 1 AO).
 c)    Die Förderung von Projekten im Missionsgebiet der römisch-katholischen Pfarreien, z.B. Bau von Kindergärten, schulischen Einrichtungen, Errichtung von Kirchen, Gemeindehäusern, Hospizen etc.

§ 4.    Gemeinnützigkeit

Bei der Verwendung der Erträge verfolgt die Father Denner Foundation ausschließlich und unmittelbar gemeinnützige und kirchliche Zwecke im Sinne des Abschnitts „Steuerbegünstigte Zwecke“ der Abgabenordnung. Die Father Denner Foundation ist selbstlos tätig und verfolgt nicht in erster Linie eigenwirtschaftliche Zwecke. Die Mittel des Stiftungsfonds dürfen nur für die satzungsgemäßen Zwecke verwendet werden. Es darf keine Person durch Ausgaben, die dem Zweck der Father Denner Foundation fremd sind, oder durch unverhältnismäßig hohe Vergütungen begünstigt werden.

§ 5.    Zustiftungen zum Stiftungsfonds

Weitere Zustiftungen von Dritten zum Stiftungsfonds sind mit der Maßgabe, dass eine von §3 abweichende Zweckbestimmung nicht getroffen wird, möglich.

§ 6.    Aufgaben der Stiftungsträgerin

(1)    Die Stiftungsträgerin hat darüber zu wachen, dass der Vorstand der Father Denner Foundation den Stiftungszweck dauernd und nachhaltig erfüllt. Sie wacht über die Geschäfte der Father Denner Foundation und über die zweckgerechte Verwendung der Mittel.
(2)    Die Stiftungsträgerin hat für den Schluss eines jeden Geschäftsjahres einen Jahresabschluss zu erstellen. Geschäftsjahr ist das Kalenderjahr.

§ 7.    Vorstand der Stiftung

(1)    Die Stiftung verfügt über einen Vorstand, der aus zwei Personen besteht:
(a)    Geborenes Mitglied auf Lebenszeit ist Pfarrer Angelo Stipinovich, Viernheim.
(b)    Das weitere Mitglied wird von der Stiftungsträgerin auf die Dauer von fünf Jahren bestellt. Für die erste Amtszeit bestellt die Stiftungsträgerin Herrn Leitenden Rechtsdirektor Professor Dr. Michael Ling, Mainz, zum weiteren Mitglied.
(2)    Die Stiftungsträgerin überträgt dem Vorstand die Befugnis, das Vermögen der Stiftung eigenständig zu verwalten. Dabei wird der Vorstand auf eine nachhaltige Erfüllung des Stiftungszwecks hinarbeiten.
(3)    Jedes Mitglied des Vorstandes ist allein zu Vertretung der Stiftung berechtigt.

§ 8.    Verwaltungskosten

Die Stiftungsträgerin ist berechtigt, bis zu 8% p.a. der Erträge des Stiftungsfonds zur Abdeckung aller im Zusammenhang mit der Verwaltung des Stiftungsfonds entstehenden Kosten zu verwenden.

§ 9.    Sondervereinbarungen

Sollte die Erfüllung des Stiftungszwecks nach § 3 unmöglich werden, sorgt die Stiftungsträgerin dafür, dass die Erträge im Rahmen der Satzung nach Möglichkeit für Zwecke aus dem Bereich Weltkirche verwendet werden.

Die Mitarbeiter

Pfr. Stipinovich mit allen Angestellten
Pfr. Stipinovich mit allen Angestellten
Allg. Arbeiter Team 1 - Peter, Redemtus, Augustinus, Fabianus, Nikolaus, Stefan und Christanius
Allg. Arbeiter Team 1 - Peter, Redemtus, Augustinus, Fabianus, Nikolaus, Stefan und Christanius
Allg. Arbeiter Team 2 - Bonifatius, Bernhard, Eberhard, Franz, Eberhard und Aron
Allg. Arbeiter Team 2 - Bonifatius, Bernhard, Eberhard, Franz, Eberhard und Aron
Allg. Arbeiter Team 3 - Albert, Johannes, Barcelinus und Clemens
Allg. Arbeiter Team 3 - Albert, Johannes, Barcelinus und Clemens
Bauteam in Ausbildung - Martin, Jaques, Patrick, Alexander, Michael, Gabriel und Bonifatius
Bauteam in Ausbildung - Martin, Jaques, Patrick, Alexander, Michael, Gabriel und Bonifatius
Fahrer - Zolan
Fahrer - Zolan
Gelaende und Garten - Romanus, Elias und Servacius
Gelaende und Garten - Romanus, Elias und Servacius
Hausmeisterteam - Linus und Edmund
Hausmeisterteam - Linus und Edmund
Housekeepingteam in Ausbildung - Maria Goretti und Martha
Housekeepingteam in Ausbildung - Maria Goretti und Martha
Kellnerinnen in Ausbildung - Christina und Siegetraud
Kellnerinnen in Ausbildung - Christina und Siegetraud
Kuechenteam - Apollonia, Isabella und Lucrasia
Kuechenteam - Apollonia, Isabella und Lucrasia
Malerteam - Andreas, Walter, Clemens und Portasius
Malerteam - Andreas, Walter, Clemens und Portasius
Sicherheit - Portafius und Sevarinus
Sicherheit - Portafius und Sevarinus
Waeschereiteam in Ausbildung -Annafried, Josefine und Christafine
Waeschereiteam in Ausbildung -Annafried, Josefine und Christafine
Wassermeister - Mr. Makushwe
Wassermeister - Mr. Makushwe
 

Übersicht Namibia Projekt

I. Allgemein

Vorbemerkung

Pfarrer Denner ist seit Jahren mit der röm.kath. Missionsstation Nyangana am Kavango im Norden Namibias eng verbunden. Als Pfarrer der Pfarrei Hl. Dreifaltigkeit in Offenbach ergab sich diese Verbindung durch den kürzlich verstorbenen Offenbacher Pater Manfred Förg, der mehr als 40 Jahre in der Region gewirkt hat – davon 16 Jahre als Leiter der 1909 gegründeten Missionsstation Nyangana.

Karte der Pfarrei Nyagana

  Die Pfarrer Denner Stiftung (Father Denner Foundation) wurde 2005 von Pfarrer Klaus Denner mit dem Ziel gegründet, den Menschen im Pfarrgebiet von Nyangana am Kavango im nördlichen Namibia zu helfen in einem zweifachen Sinn:

Einmal im sozial-caritativen Sinn  und zum anderen, um konkrete Entwicklungshilfe zu leisten.

Unter den Menschen in diesem Gebiet sind die Einwohner des Stammesgebietes der Gciriku zu verstehen. Die Hilfeleistungen sollen allen zugute kommen, nicht nur den Mitgliedern der röm.-kath. Kirche.

 Dazu hat die Stiftung das „Projekt    K I D S“  (Kavango Initiative für Development (Entwicklung) und Soziales) ins Leben gerufen, das von einem einheimisch besetzten Committee (Vorstand) geleitet wird. Es ist treuhänderisch zuständig für alle sozial-caritativen Einrichtungen und Aufgabenstellungen und soll für die weiter unten beschriebene Cooperative (Genossenschaft) Sorge tragen.

Die Stiftung wird geleitet vom Vorstand (Pfr. Klaus Denner) und einem Beirat.

Die Stiftung ist vom zuständigen Finanzamt mit dem Status der Gemeinnützigkeit und Mildtätigkeit anerkannt und kann entsprechende Spendenbescheinigungen ausstellen.

Rahmenbedingungen

Landschaftliche Schönheit und reiche Tierwelt sind die eine Seite, bitterste Armut, Hunger und Krankheiten die andere Seite Namibias.

Ein Kernproblem ist die massive Arbeitslosigekeit, die seit 1991 ständig gestiegen ist und nach offiziellen Angaben heute bei 35 Prozent liegt, realistischer eher bei oder sogar über 40 Prozent.

Wenn auch die – vor allem auf dem Land anzutreffende – Unterbeschäftigung einbezogen wird, ergibt sich eine Quote von 70 Prozent.

Große Probleme gibt es im Gesundheitsbereich. Namibia gehört zu den Ländern mit den höchsten HIV/AIDS-Raten weltweit: In 2003 waren nach UN-Angaben rund 22 Prozent der Bevölkerung zwischen 15 und 49 Jahren infiziert. Die Lebenserwartung ist von 61 Jahren (1991) auf 48 Jahre (2003) gefallen. Die schlimmsten Auswirkungen hat HIV/AIDS auf Familienstrukturen und soziale Bezüge. Man schätzt derzeit bereits 100.000 Aidswaisen.

Sauberes Wasser ist auch in Namibia Zukunftsproblem Nummer eins. Im Kavango-Gebiet haben zum Beispiel weniger als 20 Prozent der Bevölkerung gesicherten Zugang zu sauberem Trinkwasser.

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II. Sinn und Zweck der Stiftung

1. Der sozial-caritative Bereich

Der HI-Virus ist eine der größten Bedrohungen für die Menschen im südlichen Afrika.

Die mittlere Generation stirbt in zunehmendem Maße weg und hinterlässt eine stark ansteigende Anzahl von Waisenkindern.

Zumeist finden diese Kinder Aufnahme in der großfamiliären Tradition, sei es bei einem großelterlichen Teil oder bei sonstigen Verwandten. Oft aber ist damit der Fall in die pure Armut verbunden, sei es bei der Aufnahme bei der Großmutter, die selbst mit einer monatlichen Rente von 300 NamDollar (ca.30 Euro) ums Überleben kämpft, weil sie ja meist mehrere Kinder zu versorgen hat; oder bei der Aufnahme bei einer verwandten, noch einigermaßen intakten Familie, wo diese Kinder sich in der Regel als das sogenannte fünfte Rad am Wagen empfinden(Aussagen von jugendlichen Waisen: Ich werde wie ein Sklave behandelt). Ganz zu schweigen von einer ordentlichen Schulausbildung.

Ein weiteres sorgenmachendes Problem ist die zunehmende Altersarmut.

Die Pfarrer Denner Stiftung ist sich bewusst, daß sie mit ihrem Hilfsangebot immer nur ein Tropfen auf den heißen Stein sein kann. Viele Tropfen aber können im Laufe der Zeit die Hitze ein wenig erträglicher machen.

Um die HIV-AIDS-Vorbeugung kümmert sich seit einigen Jahren die örtliche „Catholic-Aids-Action“ mit zunehmendem Erfolg, auch in der Betreuung von akuten Krankheitsfällen.

a)    Kindergärten – Pre-Primary School

Schon im Jahr 2004 hat Pfarrer Denner den Bau eines Kindergartens für ca. 50 Kinder in Makandu (Ndonga-Linena) zum großen Teil mitfinanziert. Begonnen wurde der Bau auf Initiative von Viktoria Mukoya, einer Lehrerin in Rundu, die aus Makandu stammt. Seit 2005 werden die laufenden Kosten ( 1 tägliche Mahlzeit für die Kinder, Löhne für zwei Kindergärtnerinnen) von der Stiftung finanziert.

Im Jahr 2005 erfolgte der Bau eines neuen Kindergartens für ca. 80 Kinder in Rucara/Hoha.

Im Oktober 2005 wurde der Kindergarten durch den Bischof von Rundu Josef Shikongo eingeweiht. Schon seit März 2005 war der Kindergarten als Kindergarten under the tree in Betrieb. Alle Kosten für den Bau und den laufenden Betrieb (2 Kindergärtnerinnen, 1 Köchin, tägliche warme Mahlzeiten für die Kinder) werden von der Stiftung finanziert.

Wesentlichen Anteil daran hat die E. Tschatsch und S. Martens Stiftung.

Für 2007 ist der Bau eines weiteren Kindergartens in Katere für ca. 80 Kinder geplant.

Er soll in Zusammenarbeit mit dem Clay-House-Projekt in Lehmbauweise errichtet werden.

b)    Caritas

Im Oktober 2006 erfolgten erste Überlegungen, eine örtliche Caritasarbeit nach dem Vorbild der deutschen Caritas einzurichten. In einem solchen Modell könnten die bestehenden und die zukünftigen Kindergärten in der Region verwaltungstechnisch zusammengefasst werden (z.B. zentrale Besoldung und Beschaffung der Lebensmittel, auch aus dem Gartenbau-programm der Stiftung).

Als weiterer Schwerpunkt der Caritasarbeit ist die Einrichtung von Soup-Kitchen (Suppenküchen) für Waisenkinder und wirklich Bedürftige geplant (auch mit Belieferung aus dem Gartenbauprojekt).

c)   Wasserprojekt

Die Versorgung des Kindergartens in Hoha mit sauberem Trinkwasser war eine echte Herausforderung.

Die Bevölkerung versorgt sich bisher mit Trinkwasser aus dem Kavango, das mühsam aus dem Fluß geschöpft und über mehr oder weniger große Distanzen zu den Wohnstätten transportiert wird.

Nach einer mehrmonatigen Planungszeit entschied sich die Stiftung für die Bohrung von Tiefbrunnen ( 40 m tief und mehr), nicht für die Nutzung des Flusswassers.

In dieser Zeit kamen viele Anfragen aus der Bevölkerung, auch von der Grund- und Hauptschule von Rucara über einen möglichen Wasseranschluß. So wurde aus dem Plan einer 2 km langen Wasserleitung vom Brunnen zum Kindergarten ein Wasserprojekt mit über 10 km Wasserleitung, 3 Tiefbrunnen und 7 Hochtanks (je 3 m hoch, 5000 l ).

Über 100 Familien, die Rucara-Schule, der Hoha-Kindergarten und das Projekt Castell Kavango mit Lodge und Kleingewerbe können so mit sauberem Trinkwasser versorgt werden.

Hinzu kommt die Bewässerung des Gartenbauprogramms (11.000 qm) mit Flusswasser.

Eine Riesenherausforderung – auch in finanzieller Hinsicht.

Glückliche Umstände brachten den Kontakt zum Rotary-Club in Bad Homburg, der mit eigenen Spenden und Mitteln von Rotary-International die Finanzierung fast des gesamten Wasserprojektes zusagte und die Gelder bereitstellte, so daß mit der Wasserversorgung Anfang 2007 begonnen werden kann.

Die Stiftung ist dem Rotary-Club zu tiefstem Dank verpflichtet.

2. Entwicklung

Die bisher beschriebenen sozial-caritativen Aktivitäten haben sicher viel mit Development – Entwicklung zu tun. Sie helfen jungen Menschen in ihrer Entwicklung, lindern Not bei Bedürftigen und schaffen Arbeitsplätze.

In diesem Kapitel ist Entwicklung eher als „Business“, als wirtschaftliches Vorwärtskommen zu verstehen.

Das Businessprojekt entsteht auf einem Gelände mit ca 60.000 qm direkt am Ufer des Kavango. Der Platz wurde vom Besitzer Andreas Kantana (verstorben August 2005) und seinem Nachfolger Pater Maurus Kakuru Kantana an die Stiftung gegeben, um im Sinn der Stiftungssatzung zum Wohl der Bevölkerung zu arbeiten.

Das Übergabedokument ist vom Chief (Stammeskönig) der Gcirikus und seinen Chief-Councillors (Beratern) bestätigt und unterschrieben.

Der Platz liegt im Dorf Kayova – 10 km östlich von der R.C. Missionsstation Nyangana, wo der leider im November 2006 verstorbene Offenbacher Missionar Pater Manfred Förg über viele Jahre segensreich tätig war.

( 115 km nach Rundu, 85 km nach Divundu). Auf diesem Platz befindet sich auch das namibische Büro der Stiftung im Castell Kavango, mit Telefon/Telefax-Anschluß und Internetzugang via Satellit. Der Platz ist an das namibische Stromnetz angeschlossen. Ein Notstromaggregat ist vorgesehen. 

Das Businessprogramm der Stiftung kann man in drei Bereich gliedern:

a) Kleingewerbe

b) Gartenbau

c) Lodge – Tourismus

Für Kleingewerbe und Gartenbau wurde eine Cooperative (Genossenschaft) gegründet, die nach den Prinzipien des Genossenschaftswesens geführt werden soll; eine entsprechende Satzung wurde verabschiedet. Das System steht aber noch ganz am Anfang und muß in der nächsten Zeit erprobt und weiterentwickelt werden.

 a) Kleingewerbe

Als erstes wurde ein Haus gebaut mit Räumen für eine Schneiderei, einem Frisörsalon und einer Cafeteria mit Kuchenbäckerei.

Als nächstes wird eine Halle gebaut für eine Getreidemühle und Lagerung für Feuerholz mit Verkaufsstelle.

Geplant für für die nächste Zukunft ist eine Fahrradwerkstatt, eine Schuhmacherwerkstatt und ein Reifendienst für PKW´s. Desweiteren ist an eine Brotbäckerei und an eine Metzgerei gedacht.

b) Gartenbau

Derzeit wird ein Garten mit ca. 3500 qm bearbeitet mit über 200 Obstbäumen (Zitronen, Orangen, Mandarinen, Bananen, Guavas, Mangos, Papayas, Grenadillas und Weintrauben). Die erste Ernte wird für 2007 erwartet.

Der Gemüseanbau ist in vollem Gange; hauptsächlich Tomaten, Busch- und Stangenbohnen, aber auch Weißkohl, Erbsen, Zwiebeln und verschiedene Arten von Kürbissen.

a)   Die unerwartet große Ernte von 2006 hat die Frage der Vermarktung aufgeworfen. Dringend benötigt wird ein Kühlhaus (besonders auch im Blick auf kommende Obsternten) zusammen mit einer Verkaufsstelle, das 2007 gebaut werden soll.

Durch das Wasserprojekt wird die Bevölkerung in die Lage versetzt, selbst Gemüseanbau in ihren Gehöften zu betreiben. Überschüsse können von der Gartenbaugenossenschaft aufgekauft und zentral – zusammen mit den Genossenschaftsprodukten – vermarktet werden.

2007 wird das Gartengelände auf ca. 11000 qm erweitert, hauptsächlich für Obstbäume.

Dafür wurde bereits ein Traktor angeschafft, der auch zur landwirtschaftlichen Nutzung (z.B. Pflügen) an die Bevölkerung mit Tagesmiete ausgeliehen werden kann.

Derzeit ist ein Gärtner mit einem Gehilfen fest angestellt. Als Arbeitshilfen steht neben dem Traktor noch ein Toyota-Hilux 4wd s/c zur Verfügung.

c) Lodge – Tourismus

Die Touristenströme gehen zumeist zu den Hauptattraktionen Namibias, wie Namib, Fishriver im Süden und in der Mitte Namibias. Im Norden enden die Touristenströme meist mit Waterberg, Etosha und vielleicht noch Kaoko. An den Kavango verirren sich nur wenige, und wenn, dann nur auf der schnellen Durchreise zum Caprivi und den Viktoriafällen.

Für einen Zwischenstop bietet sich die entstehende Kayova-River-Lodge auf dem Projektgelände der Stiftung an.  5 km entfernt von der Zufahrtsstraße zum 70 km entfernten Khaudom-Nationalpark kann die Lodge als Basislager dienen.

Der Kavangofluß selbst bietet aber auch vielfältige Erlebnismöglichkeiten wie z.B. Bootsfahrten zur Beobachtung von Krokodilen, Flusspferden und einer reichen Vogelwelt.

Für interessierte Besucher stehen die Einrichtungen des Projekts K I D S   offen, verbunden mit Kontakten und Begegnungen mit der einheimischen Bevölkerung

Es wird sicher großer Anstrengungen bedürfen, um das Lodge-Projekt im internationalen Tourismusgeschäft zu plazieren.

Zugleich besteht eine große Nachfrage von Regierungs- und Nicht-regierungsorganisationen nach Tagungsstätten mit Unterkünften für Konferenzen und Workshops.

Der Markt für einen Lodgebetrieb ist da; er muß nur mit den entsprechenden Möglichkeiten bedient werden. Derzeit ist eine Art Mini-Lodge  im Entstehen.

Im Castell Kavango sind eine Küche, ein Speise- und Aufenthaltsraum mit einer großen Veranda und 2 Gästezimmer (Dusche und WC) mit insgesamt 4 Betten schon vorhanden.

3 Bungalows mit 6 Doppelzimmern sind im Bau und können Mitte 2007 in Betrieb genommen werden.

Für einen 2. Bauabschnitt  sind ein großzügiges Gebäude mit Konferenzhalle, Restaurant, weitere Bungalows und ein Campingplatz geplant (Das Dusch- und WC-Haus ist schon gebaut).

Die Steine hierfür werden selbst hergestellt. Zur Zeit sind 7 Arbeiter mit einem Monatslohn von je 700,-- NamDollar beschäftigt.

Mit der Verwirklichung der Lodge werden eine ganze Reihe von neuen Arbeitsplätzen entstehen. Die entsprechende Ausbildung der Anzustellenden wird eine weitere große Herausforderung sein.

III. Nachhaltigkeit

Die Stiftung versteht das Projekt    K I D S  als ein Pilotprojekt.

In der Satzung der Cooperative (Genossenschaft) ist festgelegt, daß sie Gewinne macht und diese hälftig für Investitionen und für den sozial-caritativen Bereich zu verwenden sind.

Für den Lodgebetrieb gilt die gleiche Regelung.

Da von der Stiftung (Investor) keine Ertragseinkünfte, Zinsen usw. erhoben werden, ist normalerweise ein profitables Geschäft zu erwarten.

Ziel des Pilotprojektes ist es, in absehbarer Zeit auf eigenen Füßen zu stehen und nicht mehr abhängig zu sein von Zuwendungen der Stiftung.

Mit Erreichen dieses Ziels hat die Stiftung die Möglichkeit, weitere Projekte im Stammesgebiet der Gcirikus zu starten.

IV. Schwierigkeiten und Probleme

Hier ist zu beschreiben, mit welchen Widrigkeiten die Stiftung zu tun hat:

a) Die mangelnde örtliche Infrastruktur:

Keine Wasserversorgung (wird jetzt durch das Wasserprojekt der Stiftung verbessert)

Unzureichende und teure Stromversorgung (Stromanschluß ans Überlandnetz kostet in der Regel 100.000,-- NamDollar (ca.11.000 Euro), zu geringe Kapazität (häufige Stromausfälle,  besonders in der Regenzeit).

Die nächsten Bankinstitute, Tankstellen, Supermärkte, Baustoffhandlungen usw. sind im über 100 km entfernten Rundu. Transportkosten sind immens teuer.

b) Die Mentalität der Bevölkerung

An afrikanische Zeitvorstellungen kann man sich mehr oder weniger gewöhnen. Bei fest terminierten Treffen, Besprechungen stundenlang warten zu müssen, kann schon lästig sein.

Aber das ist ein kleineres Problem.

Bedeutender ist, daß Personen, die ein bestimmtes Amt übernehmen, nicht zuerst ans Gemeinwohl denken, sondern dies als Ressource für sich selbst und familiäre Netzwerke ansehen, z.B. Nutzung von Projekteigentum für private Angelegenheiten. Eine Trennung von Amt und Person ist für viele unverständlich.

Das Prinzip der Einstimmigkeit bei Entscheidungen in der Dorfgemeinschaft kann sehr hinderlich sein, z.B. wenn eine kleine Gruppe sich verweigert, können fällige Entscheidungen wochenlang auf Eis liegen.

Gründe dafür liegen oft in einem die gesellschaftliche Entwicklung bedrohenden übergroßen Neid. („Wenn ich selbst von etwas nicht profitieren kann, dann dürfen andere auch keinen Vorteil haben“). Folgen davon sind Boykott und gezielte Störung.

Von erfahrenen, langjährigen Kavango-Missionaren (Pater Förg, Pater Roosmalen) ist zu hören: „Die Leute sagen dir immer, was du hören willst, und sie haben die frappierende Fähigkeit, genau zu wissen, was du hören willst; was sie wirklich denken, das erfährst du nicht. Das muß man immer in sein Kalkül einbeziehen“.

Meinungsbilder, die aus eigenen Erfahrungen nur bestätigt werden können.

Aber was wollen sie, wenn sie nach dem Munde reden?:

Doch nur eine Verbesserung ihrer persönlichen Situation, herauszukommen aus Armut und Perspektivlosigkeit, und wenn es nur ein klitzekleiner Vorteil ist.

Fazit

Wer die existentiellen Nöte der Menschen im Kavango einmal persönlich kennengelernt hat, der weiss zu schätzen, dass es ein Privileg ist, in Deutschland leben zu dürfen und Menschen, die zu den Ärmsten der Armen gehören, helfen zu können.

Der geschichtliche Hintergrund verbindet uns Deutsche außerdem besonders mit Namibia.

Die bisherigen Hilfsprojekte haben immer wieder gezeigt, dass mit vergleichsweise geringen Mitteln enorm viel Gutes getan werden kann.

zur Person Geistlicher Rat Pfarrer Klaus Denner:

Pfarrer der Pfarrei Hl. Dreifaltigkeit Offenbach

Dekan des kath. Dekanates Offenbach

Vorsitzender des Aufsichtrats des Bezirkscaritasverbandes Offenbach

Vorstandsmitglied des Theresien Kinder und Jugendhilfe Zentrums Offenbach

Langjähriger Freund, Förderer und Bewunderer der Missionsarbeit von Pater Manfred Förg in Nyangana am Kavango.

Beschreibung der Stiftung

  • I.   Allgemein
  • II.  Sinn und Zweck der Stiftung
  • 1.  Der sozial-caritative Bereich
  • a)  Kindergärten – Pre-Primary School
  • b)  Caritas
  • c)  Wasserprojekt
  • 2.  Entwicklung
  • a)  Kleingewerbe
  • b)  Gartenbau
  • c)  Lodge – Tourismus
  • III. Nachhaltigkeit
  • IV. Schwierigkeiten und Probleme