Juli 2012

Bericht Denner Foundation Juli 2012

Es ist über ein halbes Jahr her, seit ich meinen letzten Bericht über die Entwicklungen unseres Projektes in Namibia erstellt habe. Erfreulicherweise ist seit dem viel positives passiert.

Vom 01. bis 13. Juli begleitete mich Prof. Michael Ling, Justitiar des Bistums und Mitglied des Kuratoriums Stiftung Weltkirche nach Namibia. Dieser Besuch war für die Dennerstiftung sehr wichtig. Direkt nach unserer Rückkehr nach Deutschland haben wir beim Generalvikar Dietmar Giebelmann Bericht erstattet und die wichtigsten nächsten Schritte abgestimmt.

  1. Kayova River Lodge
    In der letzten Sitzung der Stiftung Weltkirche habe ich deutlich gemacht, dass die Fertigstellung der Lodge meine erste Priorität für das Jahr 2012 ist. Die Nachhaltigkeit von allen sozialen Projekten der Dennerstiftung hängt davon ab, dass diese Lodge in Betrieb genommen wird. Darüber hinaus können langfristig die ca. 70 Arbeitsplätze nur dadurch garantiert werden.

    Bei einem Besuch der namibianischen Tourism Board Anfang des Jahres ist uns mitgeteilt worden, dass keine weitere Betriebserlaubnis gegeben werden kann, ohne grundlegende Änderungen. Die festgestellten „Mängel“ betrafen vor allem die Elektroinstallation auf dem gesamten Gelände und der Zustand der Küche und den sanitären Einrichtungen. Alle diese Arbeiten sind in Angriff genommen worden und wir rechnen mit der Fertigstellung bis Ende September. Weiter beschlossene Arbeiten waren/sind neue Fenster und Terrassen für die Zimmer, Unterbringungsmöglichkeiten für das Lodgepersonal, die Einrichtung von 10 Campingplätzen auf dem Gelände inkl. der sanitären Anlagen, Bau eines Bootssteges und Umgestaltung der Konferenz- und Restauranträume. Alle diese Arbeiten sind im Moment ebenfalls im Gange und seitens des Bistums Mainz befürwortet.

    DIE OFFIZIELLE ERÖFFNUNG UND NEU INBETRIEBNAHME VON KAYOVA RIVER LODGE SOLL AM 10. NOVEMBER 2012 STATTFINDEN. Ich werde im September näheres berichten.


  1. Kindergärten
    Weiterhin sind alle 4 Kindergärten voll belegt und die Arbeit der Erzieherinnen zufrieden stellend. Im Laufe diesen Jahres (wahrscheinlich bei meinem Besuch im August) wird eine Sitzung stattfinden zwischen der Leitung und der Dennerstiftung und die dreizehn Angestellten der Kindergärten um ein gemeinsames Konzept für die weitere Arbeit zu erstellen. Ich möchte gerne dass die Kindergärten die Öffnungszeiten um 2 Stunden verlängern und darüber hinaus möchte ich eine Person benenne, die für die gesamte pädagogische Arbeit der vier Kindergärten zuständig sein soll.
    Diese Entscheidungen werden aber gemeinsam mit den Communities und dem jetzigen Personal getroffen.

    Seit längerem liegt mir der bauliche Zustand im Magen. Darüber habe ich im November 2011 ausführlich berichtet. Dank zahlreicher Spenden ist es der Dennerstiftung jetzt möglich, ein neues Dach und allgemeine Renovierungsarbeiten in Macandu vorzunehmen. Auch Shamba Shamba bekommt das Dach repariert und eine neue Decke, in St. Gertrud und in Shamba Shamba wird Wasser und Strom angeschlossen und alle oben genannten drei Kindergärten werden neu gestrichen und „schick“ gemacht.

    Der neueste Kindergarten in Katere wartet auf Wasser- und Stromanschluss (das Bohrloch ist gebohrt) und die Fertigstellung der Klärgrube. Auch hier wird im Anschluss neu gestrichen werden.

    Ich erwarte, dass alle Renovierungsarbeiten bis Ende des Jahres fertig gestellt sind.

  2. Wasserprojekt
    In diesem Bereich haben wir die größten Fortschritte gemacht. SAREP (Southern Africa Regional Environmental Program) hat einen Vertrag mit der Dennerstiftung im Wert von ca. 2,6 Millionen namibianische Dollar zu Gunsten der Dennerstiftung abgeschlossen. SAREP wird von US Aid (Entwicklungsprojekt der US-amerikanischen Regierung) finanziert. Wir sind sehr stolz, darüber, dass wir die erste Entwicklungsstiftung in Namibia sind, die die Voraussetzung mitbringt, einen solchen Vertrag mit SAREP zu schließen. Sie achten vor allem auf die Nachhaltigkeit, Durchführbarkeit und auf die enge Kooperation mit den local Communities.
    Für das Wasserprojekt bedeutet dies, nicht die Auszahlung von dieser enormen Geldsumme, sondern die professionelle Expertise von Ingenieuren und Wasserbauern die uns damit kostenlos zur Verfügung steht. Darüber hinaus zusätzliche Wassertanks für unsere bestehenden Projekte, der Ausbau des Wasserprojektes Nyangana und die Verbindung aller Bohrlöcher und Tanks an einen Strang.
    Die namibianische Regierung ist sehr rührig was die Wasserresourcen des Landes angeht. Sie bestehen mittlerweile (zu Recht) darauf, dass das Trinkwasser für die Menschen bestimmten Standards entspricht und darüber hinaus führen sie nach und nach Wasserkontingente ein. Ohne das Wissen und die Expertise von SAREP und vor allem den Kontakten zu der namibianischen Regierung wäre es für die Dennerstiftung sehr schwierige, wenn nicht gar unmöglich, die Wasserprojekte weiter zu betreiben.

    Wenn Sie die Details des Vertrages lesen möchten, können Sie sich die gehängte pdf-Datei runterladen.

    Am 26. Juli wird ein Container aus Deutschland in Walvis Bay eintreffen und wir hoffen, dass er innerhalb von 10 Tagen vor Ort sein wird. Unter anderem befindet sich in diesem Container Druckerhöhungpumpen für das Wasserprojekt. Ganz fantastisch finde ich das Engagement von einigen Rotariern und ganz besonders der Eheleute Bockelmann (Westerstede). Sie haben koordiniert, dass drei Monteure nach Namibia reisen, um dort vier Wochen lang an der Optimierung des Wasserprojektes zu arbeiten. Vergelt’s Gott.

  3. Aids-Waisenprojekt.
    Dieses sehr ehrgeizige Projekt läuft – wie so vieles in Namibia – nur sehr langsam an. Immerhin sind jetzt die Grundvoraussetzungen um auf dem vom Hompa geschenkten Grundstück zu bauen, geschaffen worden. Ein Bohrloch ist gebohrt und NORED (Stromversorgungsfirma) hat einen Trafo (von der Dennerstiftung gekauft) errichtet und angeschlossen. Das Fundament für die vier Aids-Waisenhäuser ist gegraben.

    In dem oben genannten Container sind auch wertvolle Materialien für die Weiterentwicklung des Grundstückes. Ich denke zum Beispiel an einen Traktor, diverse Ackerbaugeräte und die große Plastikfolie für unser geplantes Wasserbecken.

    Natürlich wären wir an diesem Projekt weiter, wenn wir unsere Prioritäten (Fertigstellung der Lodge) anders gelegt hätten. Nach wie vor bin ich aber überzeugt, dass es gut so ist wie es ist. Wir können nun gegen Ende des Jahres mit voller Kraft und Energie das Projekt Aids-Waisendorf Nyangana angehen.

    Geplant auf diesem Grundstück sind die vier Häuser für die Kinder, ein überdachter „Dorf“-Treffplatz, eine Bäckerei, eine Näherei, eine technische Werkstatt und ein Verkaufsladen. Darüber hinaus eine Scheune für die Geräte, die genutzt werden, um ca. 10.000 qm Land zu bestellen (Getreide, Gemüse etc.). Die Werkstätten sind ein Teil unseres Ausbildungsprojektes für die Menschen der Region. Einen ersten Entwurf einer Vereinbarung über Projektzusammenarbeit – Leben und Lernen in Region Kavango – zwischen der Stiftung Weltkirche und den Rotaryclubs Bersenbrück-Altkreis, Bremen-Bürgerpark, Jever-Jeverland und Westerstede mit dessen Partnerclub Manavgat Side (Türkei) liegt vor. Nach Prüfung durch die Rechtsabteilung der Diözese Mainz wird dieser Vertrag unterschrieben.

    “Übergreifende Ziele dieses Hilfsprojektes sind die Vermittlung beruflicher Fertigkeiten in traditionellen und neuen Tätigkeitsfeldern für Jugendliche aus dem Aids-Waisendorf und weitere Jugendliche aus der Umgebung sowie der Aufbau und die Stabilisierung neuer wirtschaftlicher Aktivitäten für Lebensmittel- und handwerkliche Produkte und Dienstleistungen.“ (aus dem Vertragsentwurf)

Abschließende Bemerkungen:
Ich durfte im letzten halben Jahr bei einigen Veranstaltungen über die Arbeit der Dennerstiftung berichten. Diese Anfragen kamen nicht nur von Rotaryclubs in der Bundesrepublik sondern auch von der Pfarrei Dreifaltigkeit in Offenbach (ehemalige Wirkungsstätte des verstorbenen Pfarrers Denner) und der Kolpingfamilie in Schweinfurt. Anfang Juni durfte ich auch wieder Gast beim von Herrn Lulay organisierten Golfturnier in Weilrod sein. Bei all diesen Veranstaltungen bekam ich großherzige Spenden für unsere Arbeit. Allen erwähnten aber auch hier nicht erwähnten Mitstreitern Gottes Segen und vergelt’s Gott.

Mein nächster Besuch in Namibia ist für Mitte August geplant.

Ich verbleibe in Verbundenheit und Gebet

Pfarrer Angelo Stipinovich