Oktober 2010 - Statusbericht Denner Foundation

Es ist nun 10 Monate her, seitdem ich die Arbeit für die Denner Foundation aufgenommen habe. In dieser Zeit ist einiges zur Stabilisierung der Projekte in Namibia geschehen

und auch um die Nachhaltigkeit der von Pfr. Denner begonnenen Arbeit zu sichern.

1. Kayova River Lodge

Seit April 2010 arbeiten Edmund Fourie und seine Frau Roelien als Managerehepaar an

der Lodge und beaufsichtigen die Kindergärten und das Wasserprojekt. Im September 

2010 – aufgrund mehrfacher Probleme – wurde Paulyn von ihrer Arbeit suspendiert und 

ist nicht mehr stellvertretende Managerin. Diese Aufgabe nimmt nun Apollonia wahr. 

Alle Arbeitsverträge sind nun mit den Angestellten abgeschlossen und auch deren Sozialversicherung ist gesichert. Um die Schulden von einigen Mitgliedern der Community, 

die Wasser nutzten ohne zu bezahlen, abzubauen, haben diese auf dem Grundstück der 

Lodge gearbeitet. Zusätzlich sind vier Hilfskräfte mit Zeitverträgen angestellt worden, 

um die nötigen Kleinreparaturen an den bestehenden Gebäuden durchzuführen. Die 

Fahrzeuge der Lodge (zwei VW Busse, ein Toyota Condor und ein Allrad-Kleinlaster) sind 

verkauft worden, da keiner davon nutzbar war. Dafür ist ein sich in gutem Zustand befindlicher Kleinlaster angeschafft worden. Der letzte Container aus Offenbach ist in diesen Tagen in Kavango eingetroffen. Dies bedeutet, dass einige nötige Küchenutensilien 

nun vorhanden sind. Die Arbeit an einer Mauer um das gesamte Lodgegelände wird zur 

Zeit vorangetrieben. Wir produzieren selbst die Backsteine dafür. Das seinerzeit defekte 

Boot ist nun repariert und man kann auf dem Kavangofluss Bootstouren machen/anbieten.

In der Lodge fanden einige Konferenzen statt und es konnten Übernachtungen - viel 

mehr als erwartet - verbucht werden. Die notwendigen Arbeiten um die Lodge fertig zu 

stellen (4 Bungalows, Schwimmbad, Terrassen usw.), werden in 2011 begonnen. Bauingenieur Dieter Bugert aus Viernheim war mit mir im Juni diesen Jahres vor Ort und wird 

die Pläne dafür erstellen. Im Januar 2011 wird er und seine Frau wieder in Kavango sein, 

um die Arbeit fortzusetzen.

DAS GRÖSSTE PROBLEM FÜR DIE LODGE UND FÜR ALLE ARBEIT DER DENNER FOUNDATION IN NAMIBIA IST DIE FEHLENDE ARBEITSGENEHMIGUNG FÜR DAS MANAGEREHEPAAR. WIR WARTEN NUN SCHON SEIT MEHR ALS 5 MONATE AUF DIE BÜROKRATISCHE MÜHLEN DER NAMIBIANISCHEN REGIERUNG IN WINDHOEK.

Durch die Hilfe von Prof. Katjavivi (Mitglied des namibianischen Parlamentes) bin ich 

zuversichtlich, dass dieses Problem bis Ende des Jahres gelöst sein wird. Herr Fourie befindet sich zur Zeit in Südafrika, weil er sich nicht mehr legal in Namibia aufhalten darf.

2. Wasserprojekt

Herr Makushwe, Wassermeister, ist nun angestellt und kümmert sich zusammen mit 

Herrn Fourie um das Wasserprojekt. Ziel ist es, alle Wasserstellen mit Wasseruhren zu 

versorgen, damit die Menschen nur das Wasser bezahlen, das sie tatsächlich nutzen. 

Alle begonnenen Bohrlöcher sind wieder mit Wasserpumpen versehen und zur Zeit 

werden kleine Häuser um die Bohrlöcher und Pumpen gebaut, damit sie künftig nicht so 

leicht gestohlen werden können. Auch in diesem Bereich ist noch viel zu tun, was auch 

nur richtig angegangen werden kann, wenn Edmund Fourie wieder (und dauerhaft) an 

Ort und Stelle ist. Im September habe ich mich mit dem Rotary Club Windhoek Auas getroffen, um das weiter geplante Wasserprojekt zu besprechen. Das Geld dafür befindet 

sich auf dem Konto dieses Clubs. Auch hier bat ich um Geduld, denn dies soll nur unter 

der Führung des Managers in Angriff genommen werden. Im Gespräch ist ein weiteres 

Wasserprojekt in Nyangana. Ein Bohrloch soll auf dem Grundstück der Denner Foundation (Aids-Waisenhaus) gebohrt werden und auch hier Wasserleitungen gelegt werden, 

um die umliegende Community mit frischem Wasser zu versorgen.

3. Kindergärten

Im September ist das vierte Kindergartengebäude in Katere vom Hompa eröffnet und 

von mir eingeweiht worden. Die Arbeit mit den Kindergärten funktioniert sehr gut und 

die Motivation der Erzieherinnen ist erheblich gestiegen, seitdem sie von Roelien und 

nicht Paulyn betreut werden. In diesem Bereich war es auch bitter notwendig, die Gehälter zu erhöhen.

Das Dach des Kindergartens Makandu muss dringend repariert werden, wie auch einige 

kleinere Reparaturen im Kindergarten Shamba Shamba. Der Zaun um Shamba Shamba 

wurde erneuert, so dass das herumlaufende Vieh nicht mehr das Kindergartengelände 

beschmutzen kann.

4. Aids-Waisenprojekt

Der Hompa hat der Denner Foundation ein 30.000 qm großes Grundstück in Nyangana 

zur Verfügung gestellt, mit der Bitte, dort etwas für die vielen Aids-Waisenkinder der 

Region aufzubauen. Mit der großzügigen Unterstützung eines Karlsruher Geschäftsmannes wird es nun möglich, das erste von vier geplanten Häusern (nach dem Modell SOS 

Kinderdörfer) zu errichten und für 10 Jahre zu betreiben. Die Pläne dafür hat Bauingenieur Dieter Bugert schon erstellt und auch hier wartet alles auf die Arbeitserlaubnis für 

das Ehepaar Fourie. Ich bin auf der Suche nach weiteren Sponsoren für drei weitere 

Häuser. Nach jetziger Kostenschätzung ca. 8.000 € Baukosten und ca. 3.000 €/Jahr Betriebskosten. Auf diesem Gelände soll auch ein weiteres Wasserprojekt entstehen. 

5. Werkstatt und Agrarprojekt

Ebenfalls auf diesem Gelände soll eine kleine Farm aufgebaut werden mit dem Ziel, die 

Aidswaisen, die Kindergärten und die Lodge mit frischer Ware zu versorgen. Dieses Projekt soll ein „Lernprojekt“ sein und auch dazu dienen, den ansässigen Communities Agrarwirtschaft beizubringen. Durch die großzügige Unterstützung von den Rotariern in 

Westerhege werden zur Zeit verschiedene für das Projekt wichtige Werkzeuge gesammelt/gekauft. Sobald als möglich soll ein Container mit diesen Sachen nach Namibia geschickt werden. Hier stehe ich in Verbindung mit Herrn Bockelmann.

Abschließend ist zu sagen, dass ich sehr dankbar bin für die tolle Unterstützung von vielen Menschen, die mit der Denner Foundation verbunden sind. Es ist momentan sehr frustrierend auf die Arbeitserlaubnis des Ehepaars Fourie zu warten, denn nach wie vor ist eine transparente und erfolgreiche Arbeit in Namibia nur möglich mit einem Manager an Ort und Stelle. Ich selbst bin wieder zusammen mit Herrn Bugert Anfang Januar in Namibia und werde hoffentlich dann auch Neues zu berichten haben.

In Verbundenheit

gez. Pfarrer Angelo Stipinovic